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Cluster C — Schutz-Strategien (neutral)

Inflation und Aktien

Aktien gelten als Sachwert und werden oft als Inflationsschutz genannt. Was zeigt die historische Performance? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Information, keine Anlageberatung.

Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), VPI-Wägungsschema Basisjahr 2020 (Revision 2023), ergänzt um die HVPI-Abteilung 13 „Körperpflege" (HVPI-Wägungsschema 2026). Aktuelle Inflationsdaten: VPI Mai 2026 (Destatis PM 199/2026). Stand: Mai 2026.

Information, keine Anlageberatung

Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a KWG dar. Vergangene Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für die Zukunft. Für individuelle Entscheidungen empfehlen wir einen unabhängigen Honorarberater. Mehr Details →

Historische Realrendite

Über sehr lange Zeiträume zeigt die akademische Forschung (Dimson, Marsh, Staunton — Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook) für breit gestreute Aktien-Indizes:

  • Welt-Aktien (1900–2024): ca. +5,2% p.a. real (nach Inflation).
  • Deutsche Aktien (1900–2024): ca. +3,3% p.a. real (Brüche durch Hyperinflation 1923 und Krieg).
  • US-Aktien (1900–2024): ca. +6,7% p.a. real.

Diese Werte sind langfristige Durchschnitte. Einzelne Jahrzehnte sehen völlig anders aus. Vergangenheits-Performance ist kein zuverlässiger Indikator für die Zukunft.

Verhalten in spezifischen Inflations-Phasen

PhaseInflationAktien-Real
1973–1981 (Ölkrisen, Stagflation)~7,5% p.a.−1,5% p.a.
1990–1999 (Maßvolle Inflation)~2,3% p.a.+12% p.a.
2010–2020 (Niedrigzins)~1,2% p.a.+8% p.a.
2022 (Energiekrise)+6,9%−19% (DAX)

Auffällig: Bei plötzlich steigender Inflation (wie 2022) reagieren Aktien zunächst negativ. Über sehr lange Zeiträume wirkt aber das Wachstum der Unternehmensgewinne, das auch nominal mit der Inflation steigt.

ETF-Konzept (Indexfonds) erklärt

Statt einzelne Aktien zu kaufen, kann ein Indexfonds (ETF) den gesamten Markt abbilden. Vorteile:

  • Diversifikation: Hunderte oder tausende Werte in einem Wertpapier.
  • Niedrige Kosten: 0,1–0,5% pro Jahr (TER) statt 1,5–2,5% bei aktiven Fonds.
  • Transparenz: Bestand bekannt, Index-Logik nachvollziehbar.

Nachteile:

  • Keine ‚Outperformance‘ möglich (per Definition Marktrendite).
  • Hohe Kursschwankungen bleiben.
  • Im Crash sind alle Werte gleichzeitig betroffen.

Steuerliche Aspekte (Stand 2026)

  • Abgeltungssteuer: 25% + Soli + ggf. Kirchensteuer auf realisierte Gewinne und Dividenden.
  • Sparerpauschbetrag: 1.000 € pro Person und Jahr steuerfrei.
  • Vorabpauschale: Auf thesaurierende Fonds wird jährlich eine fiktive Steuer erhoben (Anrechnung beim Verkauf).

Information, keine Anlageberatung

Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a KWG dar. Vergangene Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für die Zukunft. Für individuelle Entscheidungen empfehlen wir einen unabhängigen Honorarberater. Mehr Details →

Häufige Fragen

Sind Aktien immer ein Inflationsschutz?
Nein. Kurzfristig (1–3 Jahre) reagieren Aktien oft negativ auf Inflations-Schocks. Langfristig (10+ Jahre) zeigt die historische Datenlage einen Werterhalt — mit großer Streuung. Das ist keine Garantie.
Welche Aktien schützen besonders gut?
Diese Frage führt schnell in Richtung Anlageberatung — daher: keine Empfehlung. Die akademische Forschung diskutiert ‚Real Asset‘-Branchen wie Energie, Rohstoffe, Infrastruktur. Aber jede konkrete Empfehlung wäre individueller Beratungsfall.
Was ist mit dem Crash-Risiko?
Aktien können in Krisen 50% und mehr verlieren (1929, 2008, 2020). Die langfristigen Realrenditen oben enthalten diese Crashs. Wer kurz vor dem Crash kauft und kurz danach verkauft, realisiert die Verluste.
Reicht die Sparbuch-Verzinsung nicht?
Bei aktuellen 0,01–0,5% Zins und 2,9% Inflation ergibt sich ein realer Verlust von ~2,5% pro Jahr. Über 10 Jahre etwa −22% Kaufkraft. Tagesgeld liegt mit 2–3% besser, gleicht die Inflation aber kaum aus.